Ein eigenes Buch schreiben – ist das schwierig?

Das eigene Buch

Diese Frage zu beantworten ist fast schwerer, als ein Buch zu schreiben. Das Schreiben sollte einem auch schon etwas liegen. Wenn man sich sehr schwer damit tut, Handlungen, Geschehnisse oder Beschreibungen in Worte zu fassen, dann könnte das eigene Buch auch zur Schwerstarbeit werden. Erschwerend kommt hinzu, die Story so spannend und interessant zu machen, dass der Leser das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Aber wie geht so etwas? Dazu kann ich gerne ein paar Tipps geben bzw. einfach mal sagen, wie ich vorgehe.

Am Anfang steht immer die Idee. Ich überlege mir (meistens aber habe ich spontane Einfälle), über was oder von was mein nächstes Buch handeln soll. Mir persönlich liegt es mehr Geschichten zu schreiben, also Erzählungen wo etwas passiert. So schreibe ich auch fast nur Romane. Sachbücher -in Form von Ratgebern- ist überhaupt nicht meine Welt und deshalb lasse ich hier auch die Finger davon.

Konzept – Arbeitsbuch

Nun bringe ich meine Ideen, meine Fantasien auf Papier und mache zuerst ein Konzept. Dazu habe ich ein Arbeitsbuch. Es ist ein Notizbuch (DIN A5) mit festem Einband. Auf den ersten beiden Seiten gliedere ich meine Story in mindestens 15 Abschnitte, also eine grobe Unterteilung meines gesamten Romans.

In meinen Vorstellungen habe ich die gesamte Geschichte schon grob entwickelt. Ich weiß also, wie der Roman beginnt, was im einzelnen passieren wird und wie er enden soll. Auch Höhepunkte habe ich schon festgelegt. Das aber wie gesagt alles nur ganz grob. Die Ausarbeitung und die Details kommen später.

 

Personen – Romanfiguren

Romanfigur
Jetzt kreiere ich meine Darsteller. Jede mitwirkende Person bekommt in meinem Arbeitsbuch eine Seite gewidmet. In meinen Vorstellungen habe ich diese Person natürlich schon kreiert. Als ich weiß ziemlich genau wie sie aussehen soll, welche Charaktereigenschaft sie haben wird und was für eine Rolle sie in diesem Roman übernehmen wird.

Im Internet suche ich mir dann ein passendes Bild, was so ungefähr mit meiner Romanfigur übereinstimmt. Anregungen hole ich mir hier bei fotolia.com. Dieses Bild drucke ich dann aus und klebe es wie ein Passfoto in mein Arbeitsbuch hinein. Für mich persönlich ist es wesentlich einfacher, wenn ich eine Person auch bildlich immer wieder vor mir habe. Diese Bilder sind nur für mein Arbeitsbuch und dienen keinesfalls für öffentliche Aktionen. Sie sind nur dafür da, mich in meinen Vorstellungen weiter zu unterstützen. Neben dieses Passfoto schreibe ich dann den Lebenslauf meiner Romanfigur. Also was sie erlebt hat, was für ein Mensch sie ist, Charaktereigenschaft, Alter, Beruf, gewisse Aktionen in denen sie eine bestimmte Rolle spielen wird etc.

Schreiben der Geschichte

Allein diese Vorarbeiten, um ein eigenes Buch schreiben zu können, dauernd gut und gerne einige Wochen. Erst dann fange ich mit dem Schreiben an. In meinem Arbeitsbuch widme ich mich nun dem ersten Abschnitt. Diesen ersten Abschnitt unterteile ich jetzt noch mal in mehrere Unterabschnitte. Nun beginne ich mit dem ersten Unterabschnitt und fange an die Story umzusetzen. Mal schreibe ich nur 2 Stunden, mal schreibe ich 6 Stunden. Es kommt immer ein bisschen drauf an wie ich gerade drauf bin. Wenn ich merke, dass mir das Schreiben an diesem Tag schwerer fällt, dann höre ich einfach auf. Ich schreibe wirklich nur dann, wenn ich flüssig schreiben kann, denn auch nur dann kann ich meine Fantasien gut in Worte fassen.

Das was ich an einem Tag geschrieben habe, arbeite ich am nächsten Tag nach. Das heißt, ich verfeinere oder ergänze die Handlungen oder die örtlichen Begebenheiten. Ich präzisiere Emotionen, indem ich Geschehnisse emotional noch tiefergehender beschreibe. So entsteht dann Seite für Seite. Habe ich ein Kapitel beendet, arbeite ich dieses gesamte Kapitel noch einmal nach.

Nun hake ich in meinem Arbeitsbuch alle Informationen ab, die ich in diesem Kapitel verarbeitet oder erwähnt habe. Zum Beispiel: Eine Romanfigur wird laut meinen Aufzeichnungen im September 28 Jahre alt und hat ihr Examen beendet. Habe ich diese beiden Informationen irgendwo in dem Kapitel erwähnt oder beschrieben, dann hake ich diese in meinem Arbeitsbuch ab, da ich so weiß, dass der Leser diese Informationen nun auch kennt. So erstelle ich dann ein Kapitel nach dem anderen.

Was ist für mich noch wichtig?

Es bringt wenig, wenn nur ICH von meiner Geschichte begeistert bin. Der Leser muss begeistert sein, ihn muss ich mitreißen können. Deshalb habe ich mir aus meinem näheren Umkreis 2-3 Leute gesucht, die als Testleser jedes fertig gestellte Kapitel beurteilen. Da können schon Kritiken kommen, die mir überhaupt nicht passen. 🙂 Da es verschiedene Lesergruppen sind, also unterschiedliches Alter, verschiedene Interessen, sind die Kritiken auch unterschiedlich und so kann ich dann für mich beurteilen, welche Kritiken ich umsetzen möchte und welche nicht. Wichtig ist für mich, dass ich letztlich immer noch ICH bleibe. Ich muss hinter all dem stehen was ich da schreibe. Aber es kann schon auch mal vorkommen, dass ich ganze Kapitel noch einmal verändere. Meine Testleser kritisieren nämlich nicht nur, sondern bringen hier und da auch noch ganz tolle Ideen und Vorschläge für weitere literarische Höhepunkte. Ist mein Buch dann komplett fertig, lasse ich es noch einmal von 2-3 anderen Testlesern beurteilen.

Überprüfung

Zum guten Schluss lasse ich mein Buch noch von einer professionellen Lektorin überprüfen. Auch hier habe ich tolle Personen an meiner Seite, die nicht nur Rechtschreibfehler, grammatikalische Fehler und fehlerhafte Ausdrucksweisen korrigieren, sondern mir auch noch eine weitere objektive Beurteilungen  geben. Sie achten auch auf eventuelle Unstimmigkeiten in den Handlungen.

Cover

Das Auge liest mit, deshalb ist ein gutes Cover mit einem aussagefähigen Titel genauso wichtig wie die Geschichte selbst. Meistens hat sich mein Buchtitel schon im Laufe des Schreibens ergeben. Ich entwickle bei jedem Buch 4 oder 5 verschiedene Cover und geben diese dann ebenfalls meinen Testlesern zur Beurteilung.

Vermarktung

Und dann kommt der schwierigste Teil, wo ich fast am meisten Geduld brauche – die Bekanntmachung meines Buches. Da ich meine Bücher selbst vermarkte, beginnt jetzt die Arbeit des Public Relation. Also das Buch bekannt machen durch effektive Werbung.

Ich hoffe, ich konnte Sie mit meinen Tipps, wie ich an das Schreiben herangehe ein wenig motivieren. Probieren Sie es doch mal selbst. Eigentlich ist es gar nicht so schwer ein eigenes Buch zu schreiben. Schwieriger ist es, die Story so interessant und spannend zu machen, dass der Leser das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Schreiben Ihres eigenen Buches.